Eigentlich hege ich den Wunsch schon seit Jahren und mal schien es fast zu klappen – wenn da nur nicht die Reiseentfernung im Weg gestanden hätte oder Zusgesagtes wieder abgesagt wurde oder ich seit Jahr & Tag Nummer 120 in der Reihe der einzujagenden Hundeführer & Hunde gestanden hätte: ich wollte mal bei einer richtigen Niederwildtreibjagd dabei sein. Auf meine Forumsanzeige meldete sich leider niemand, ergo legte ich selbst Hand an und reagierte auf eine kleine Anzeige in einem kleinen Jagdforum wo Treiber für eine Niederwildtreibjagd gesucht wurden. Ich malte mir das ganz romantisch aus: kleine Niederwildjagd mit einer Handvoll Schützen & Treiber irgendwo, wo mich niemand kennt .. Tage vorher hab ich noch Gehorsam & Gewichtsapport mit meinen Hunden geübt und mich zumindest theoretisch über den Ablauf einer solchen Jagd informiert .. nunja ..
.. wie so oft im Leben kam alles gaaanz anders ..
Am Sammelpunkt revidierte ich schon mal die erste romantische Vorstellung: insgesamt nahmen 39 Schützen, ungefähr 80 Treiber und wahrscheinlich genau so viele Hunde an der Jagd teil.
Das mit der anonymen Jagd im Nirgendwo revidierte sich spätestens nachdem wir einige zumindest virtuell bekannte Gesichter aus den Foren, Bekannte von Prüfungen sowie noch eine Handvoll Hören-Sagen-Bekannte trafen. Unsere etwaigen Faux-Pas auf unserer 1. Niederwildtreibjagd würden sich also nicht einfach unter dem anonymen Deckmantel des Schweigens decken lassen.
Zu Beginn wurde eigentlich nicht viel Palaver gemacht – nach einem kurzen Anblasen und der Begrüßungsrede ging es los – schließlich wollte man Beute machen und keinen Kaffeeklatsch. Erste, und den Tag über weiter begleitende Herausforderung war es die ca. 80 Treiber mit ihren Hunden über eine einfache Leiter auf 2 Traktoranhänger zu verstauen. Am Ende des Jagdtages entwickelte sich dabei sogar ein ganz brauchbares System aus helfenden Händen.


Das erste Treiben fand in einem ziemlich verdornt-verbuschtem- unterbeholztem Wäldchen statt. Im Wäldchen reproduzierte sich schließlich ein wahres babylonisches Stimmgewirr aus „Hepp-Hepp“ und „Hopp-Hopp“ sowie „Humpa-Humpa“ als auch von italienischen Gesangstücken. Chili & Milan sollten noch nicht gleich losdüsen – ich war mir nicht sicher ob ich das richtige tue wenn ich sie gleich ableine – also blieben sie erst einmal an der Leine. Dieses Vorhaben hielt ich schließlich bis zur Hälfte des Wäldstückes durch, dann war mir das Gehedder in den Brombeerbüschen zu viel. Die Roten flitzen sofort los – wie abgeschossene Pfeile – Lenkbarkeit adé .. Immerhin: einige der Hunde machten ein Stück Rehwild hoch und sausten samt Milan hinterher – ich: „DOWN!“ a la Oberstgeneralfeldmarschall und Milan lag .. die anderen Hunde begleiteten das Reh noch ein kurzes Stück .. aber nicht weit. Nachdem Durchtreiben des Waldstückchens konnten wir tatsächlich beide Hunde gleich wieder anleinen – 2 weitere gönnten sich eine etwas längere Auszeit von ihren Hundeführern.

Eine solche große Treibjagd mit zig durcheinander laufenden Hunden und nach ihnen rufenden & pfeifenden Hundeführern in einem unübersichtlichem Gelände ist nicht der Idealfall um einen Hund einzujagen – ja eigentlich ist das m.M.n. eher Gift für Hunde wie Chili & Milan. Ideal wären für uns kleine Klüngeljagden (oder Stamper’l oder wie auch immer sie regional heißen) im kleinen Rahmen mit einer riesigen Portion Ruhe & Geduld und die Möglichkeit ganz gezielt auf den Hund einzuwirken. Aber eine solche Chance war uns bisher nicht gegönnt. Ich weiß nicht ob ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben soll weil ich ungeduldig geworden bin um sie doch laufen zu lassen oder ob ich mich freuen soll weil wir endlich an unserer 1. Treibjagd aktiv teilnehmen konnten 
auf diesen Feldern waren die Roten Blitze sogar mal zu sehen 
im Spargelfeld sieht man eher weniger 

nahm ihn ihr ganz gentlemanlike
kurz bevor sie bei mir damit ankam wieder ab. Schade, es wäre ihr erster Hase gewesen. Trotzdem war ich stolz auf sie!
wusste ich manchmal nicht genau wo Chili steckte
Meistens grabbelte sie sich durch irgendwelches Schilf oder Hecken bzw. war sie im hohen Senf eh schlecht zu sehen. Beide befanden sich immer in der Nähe der Schützen oder Treiberwehr – gingen also auch nicht solo irgendwelchen Hasen oder Rehen hinterher (von denen reichlich vorhanden waren) aber tlw. waren sie ziemlich schwerhörig was Pfiff bzw. auch Zuruf betraf. Mit Ruhm haben wir uns da ganz sicher nicht bekleckert. Immerhin hatten wir sie nach jedem Treiben wieder am Band.
Für mich ein schöner Abschluss für einen gelungenen Jagdtag bei bestem Wetter
Insgesamt lagen 2 Rehe, 43 Hasen, 7 Fasane, 5 Tauben & diverses Federwild auf der Strecke. Nach dem Verblasen der Strecke fehlte nur noch eins: das Blasen zum Schüsseltreiben!unter diesen Links kann man sich noch weitere Fotos von der Jagd ansehen:















Nunja, wir haben es überstanden – beide Hunde waren zwar gespitzt wie ein Pfeil und hätten da auch sehr gern mitgemischt, aber da war das Treiben ja dann auch schon vorbei.

weil der Depp mich auf den Verleitung fast ohne Punkt und Komma langleitete. Ich hätte ihn .. na ihr wisst schon .. Aaaber: jetzt weiß ich wie ich ihn besser lesen kann, denn er hob doch leicht seinen Kopf, wenn er Verleitung nachging. Die Rückrufe kassierten wir, weil ich ihn dort zur Fährte schickte wo keine mehr war – also zu weit von der Fährte – der Fehler lag also bei mir. Kaum zu glauben dass wir dann doch zum Stück fanden. Wieder war ich schweißgebadet & glücklich als mich die Richter mit einem „Waidmannsheil“, dem Überreichen der Brüche und dem Verblasen des Stückes beglückwünschten. Auch das folgende Ablegen am Stück war kein Problem für Milan. 













