Ich war gestern in der Rhön mit meinen Settern zu einer kleinen Drückjagd (6 Schützen auf dem Stand und 2 Durchgehschützen, 1 Treiber, 1 KLM und meine beiden Roten) eingeladen. Das meine Setter nur bedingt laut sind hatte ich vorher ausdrücklich ewähnt – aber es sollte kein Problem sein denn es wurde “gejagt wie vor 50 Jahren” .. so sagte man mir.
Ich weiß dass es sehr kritisch betrachtet wird mit Vorstehhunden überhaupt auf Drückjagden zu jagen und ich war auch sehr kritisch ob ich mit meinen Settern überhaupt das bringen kann was erwartet wurde.
Bald sollte ich wissen warum genau diese Kombination für diese Jagd dort ideal war: es handelte sich um zerstreute Waldstückchen (tlw. bewaldete Hänge) die nacheinander umstellt und duchgetrieben wurden. Erwartet wurden Sauen, Füchse und Rehwild – Hasen waren dabei aber schon zu. Ich hatte meine Roten mit Signalweste und Glöckchenhalsbändern ausgestattet. Das mit den Glocken kannte man dort nicht – hinterher waren die Jäger begesitert davon, zumal man die Hunde sehr gut orten konnte. Keiner der eingesetzten Hunde war übrigens spurlaut – sondern sicht- bzw. standlaut und das reichte.
Die Hunde jagten stets bogenrein und blieben stets im Treiben – und genau das war gefordert! Es waren übrigens spurlaute Hunde vorhanden (Bracken o.ä.) aber die setzten man extra nicht ein weil diese wohl “gleich hinterm 1. Stück veschwunden und für den Rest der Jagd nicht mehr verfügbar waren”. Die Hunde suchten sehr fleißig die Flächen ab, hetzten das Wild nur kurz an (das war ebenfalls ein entscheidender Knackpunkt), so dass das Wild zwar anfangs zum “Flugwild” wurde .. bald aber wieder ruhig in die Einstände zurückwechseln konnte.
Mein Jagdkollege konnte eine Sau (50kg Keiler) schießen. Der Keiler wurde trotz Kopfschuss allerdings wieder lebendig und begann den Teiber anzugehen – die Hunde kamen dazu und bewegten den Keiler ein paar Meter den Hang herunter und begannen den Keiler zu stellen (meine Roten beide standlaut – der KLm natürlich auch). Der Münsterländerrüde .. der mehr Erfahrung an Sauen hatte – ging dem kranken Keiler an die Drossel. Es war anfangs nicht einfach den Hund vom Stück abzurufen um nochmal einen Fangschuss anzubringen, aber es gelang. Nachdem der Fangschuss angetragen war fingen auch die Roten an am Keiler zu zerren.
Das Treiben ging weiter und schließlich kamen wir in die Nähe eines Schützen der einen Fuchs beschossen hatte – ich traute meinen Augen nicht als Chili apportierend mit dem – sorry für das unwaidmännische Beschreiben – wunderschönen Winterfuchs ankam (7kg wie wir später nachgewogen haben) Shocked und das obwohl wir den Fuchsapport so direkt noch nie geübt haben (nur Apportiersack und als Welpe mit einem Jungfuchs) Was war ich stolz! Ein Reh und ein weiterer Fuchs wurden leider ohne Treffer beschossen (das wurde kontrolliert) – ein Fuchs lag dann ebenfalls auf der Strecke.
Das Wetter war übrigens bilderbuchmäßig: strahlende Sonne, Schnee, blauer Himmel. Nach dem 3. Treiben haben wir in gemütlicher Runde und bei Kasseler mit Kartoffelbrei und Sauerkraut *sabber* noch Jagdgeschichten ausgetauscht ..
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Ich bin mir duchaus bewusst dass hier draus keine Regel gemacht werden sollte. Sicher geht es immer besser – kurzjagende Spurlaute Terrier wären vielleicht eine Alternative ..?? Ich will damit aber aufzeigen dass es besondere Situationen gibt wo auch nicht spurlaute Vorstehhunde durchaus zum Erfolg einer Jagd beitragen können.

darf ich vorstellen: die Hauptakteure
1. Versuch dranzukommen gescheitert – 2. Versuch von anderer Stelle





Chili taucht kurz hinterher – mir bleibt das Herz stehen und ich seh mich schon im Eiswasser nach meinem Hund greifen – aber Chili zieht sie doch noch raus .. puhhh .. gut gegangen ..










) bricht z.T. ab – andererseits bin ich froh dass Chili & Milan eben keine Fellmonster sind .. die wüden bei sowas wohl ziemlich schnell untergehen




















Eine solche große Treibjagd mit zig durcheinander laufenden Hunden und nach ihnen rufenden & pfeifenden Hundeführern in einem unübersichtlichem Gelände ist nicht der Idealfall um einen Hund einzujagen – ja eigentlich ist das m.M.n. eher Gift für Hunde wie Chili & Milan. Ideal wären für uns kleine Klüngeljagden (oder Stamper’l oder wie auch immer sie regional heißen) im kleinen Rahmen mit einer riesigen Portion Ruhe & Geduld und die Möglichkeit ganz gezielt auf den Hund einzuwirken. Aber eine solche Chance war uns bisher nicht gegönnt. Ich weiß nicht ob ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben soll weil ich ungeduldig geworden bin um sie doch laufen zu lassen oder ob ich mich freuen soll weil wir endlich an unserer 1. Treibjagd aktiv teilnehmen konnten 






kurz bevor sie bei mir damit ankam wieder ab. Schade, es wäre ihr erster Hase gewesen. Trotzdem war ich stolz auf sie!
wusste ich manchmal nicht genau wo Chili steckte
Meistens grabbelte sie sich durch irgendwelches Schilf oder Hecken bzw. war sie im hohen Senf eh schlecht zu sehen. Beide befanden sich immer in der Nähe der Schützen oder Treiberwehr – gingen also auch nicht solo irgendwelchen Hasen oder Rehen hinterher (von denen reichlich vorhanden waren) aber tlw. waren sie ziemlich schwerhörig was Pfiff bzw. auch Zuruf betraf. Mit Ruhm haben wir uns da ganz sicher nicht bekleckert. Immerhin hatten wir sie nach jedem Treiben wieder am Band.







Nunja, wir haben es überstanden – beide Hunde waren zwar gespitzt wie ein Pfeil und hätten da auch sehr gern mitgemischt, aber da war das Treiben ja dann auch schon vorbei.

weil der Depp mich auf den Verleitung fast ohne Punkt und Komma langleitete. Ich hätte ihn .. na ihr wisst schon .. Aaaber: jetzt weiß ich wie ich ihn besser lesen kann, denn er hob doch leicht seinen Kopf, wenn er Verleitung nachging. Die Rückrufe kassierten wir, weil ich ihn dort zur Fährte schickte wo keine mehr war – also zu weit von der Fährte – der Fehler lag also bei mir. Kaum zu glauben dass wir dann doch zum Stück fanden. Wieder war ich schweißgebadet & glücklich als mich die Richter mit einem “Waidmannsheil”, dem Überreichen der Brüche und dem Verblasen des Stückes beglückwünschten. Auch das folgende Ablegen am Stück war kein Problem für Milan. 






