Kleine Drückjagd

•Januar 8, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich war gestern in der Rhön mit meinen Settern zu einer kleinen Drückjagd (6 Schützen auf dem Stand und 2 Durchgehschützen, 1 Treiber, 1 KLM und meine beiden Roten) eingeladen. Das meine Setter nur bedingt laut sind hatte ich vorher ausdrücklich ewähnt – aber es sollte kein Problem sein denn es wurde “gejagt wie vor 50 Jahren” .. so sagte man mir.

Ich weiß dass es sehr kritisch betrachtet wird mit Vorstehhunden überhaupt auf Drückjagden zu jagen und ich war auch sehr kritisch ob ich mit meinen Settern überhaupt das bringen kann was erwartet wurde.

Bald sollte ich wissen warum genau diese Kombination für diese Jagd dort ideal war: es handelte sich um zerstreute Waldstückchen (tlw. bewaldete Hänge) die nacheinander umstellt und duchgetrieben wurden. Erwartet wurden Sauen, Füchse und Rehwild – Hasen waren dabei aber schon zu. Ich hatte meine Roten mit Signalweste und Glöckchenhalsbändern ausgestattet. Das mit den Glocken kannte man dort nicht – hinterher waren die Jäger begesitert davon, zumal man die Hunde sehr gut orten konnte. Keiner der eingesetzten Hunde war übrigens spurlaut – sondern sicht- bzw. standlaut und das reichte.

Die Hunde jagten stets bogenrein und blieben stets im Treiben – und genau das war gefordert! Es waren übrigens spurlaute Hunde vorhanden (Bracken o.ä.) aber die setzten man extra nicht ein weil diese wohl “gleich hinterm 1. Stück veschwunden und für den Rest der Jagd nicht mehr verfügbar waren”. Die Hunde suchten sehr fleißig die Flächen ab, hetzten das Wild nur kurz an (das war ebenfalls ein entscheidender Knackpunkt), so dass das Wild zwar anfangs zum “Flugwild” wurde .. bald aber wieder ruhig in die Einstände zurückwechseln konnte.

Mein Jagdkollege konnte eine Sau (50kg Keiler) schießen. Der Keiler wurde trotz Kopfschuss allerdings wieder lebendig und begann den Teiber anzugehen – die Hunde kamen dazu und bewegten den Keiler ein paar Meter den Hang herunter und begannen den Keiler zu stellen (meine Roten beide standlaut – der KLm natürlich auch). Der Münsterländerrüde .. der mehr Erfahrung an Sauen hatte – ging dem kranken Keiler an die Drossel. Es war anfangs nicht einfach den Hund vom Stück abzurufen um nochmal einen Fangschuss anzubringen, aber es gelang. Nachdem der Fangschuss angetragen war fingen auch die Roten an am Keiler zu zerren.

Das Treiben ging weiter und schließlich kamen wir in die Nähe eines Schützen der einen Fuchs beschossen hatte – ich traute meinen Augen nicht als Chili apportierend mit dem – sorry für das unwaidmännische Beschreiben – wunderschönen Winterfuchs ankam (7kg wie wir später nachgewogen haben) Shocked und das obwohl wir den Fuchsapport so direkt noch nie geübt haben (nur Apportiersack und als Welpe mit einem Jungfuchs) Was war ich stolz! Ein Reh und ein weiterer Fuchs wurden leider ohne Treffer beschossen (das wurde kontrolliert) – ein Fuchs lag dann ebenfalls auf der Strecke.

Das Wetter war übrigens bilderbuchmäßig: strahlende Sonne, Schnee, blauer Himmel. Nach dem 3. Treiben haben wir in gemütlicher Runde und bei Kasseler mit Kartoffelbrei und Sauerkraut *sabber* noch Jagdgeschichten ausgetauscht ..

Ich bin mir duchaus bewusst dass hier draus keine Regel gemacht werden sollte. Sicher geht es immer besser – kurzjagende Spurlaute Terrier wären vielleicht eine Alternative ..?? Ich will damit aber aufzeigen dass es besondere Situationen gibt wo auch nicht spurlaute Vorstehhunde durchaus zum Erfolg einer Jagd beitragen können.

Entenjagd oder Herr Milan’s Gespür für Eis ..

•Januar 5, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Warum spielt das Gewicht (und damit die Größe eines Hundes) eine Rolle?

Warum wird ein Arbeitssetter keine lange Befederung bekommen und kann sich deswegen nicht so toll auf Shows präsentieren?

Warum braucht es harte und zugleich intelligente Hunde für eine solche Jagd?

Nachdem man jetzt noch von der Arbeit meiner Roten auf der Eisentenjagd vom letzten Jahr spricht, wurden wir dieses Jahr wieder eingeladen.

Die Fakten:

  • Hunde: 4 rote Setter (2 davon meine, 2 eines Bekannten), 1 Labbi aus englischer Arbeitslinie, 2 DD (wobei einer noch jung, der andere gab auf weil er wegen alter Verletzung bald nicht mehr konnte) und ein PRT
  • ca. 10 gute Schützen
  • ein ganzer Jagdtag bei um die -5°C
  • die Eisdecke nur zum Teil geschlossen, nur an einigen Stellen tragfähig für die nicht ganz so schweren Hunde
  • am Ende des Tages eine Strecke von 150 Enten

Für die Hunde war diese Jagd grenzwertig weil v.a. gefährlich und es hat ihnen wirklich alles abverlangt. Das Eis war an vielen Stellen nicht tragfähig – während der Terrier an die meisten Stellen auf dem Eis kam, kamen die Setter zwar noch weiter als DD und Labbi aber eben auch nicht unbegrenzt. An anderen Stellen war das höhere Gewicht förderlich wenn die Hund sich durchs dünne Eis zu den Enten durchbrechen mussten. Das Wasser war eiskalt und immer wieder brachen die Hunde ins Eis ein – einen Hund erwischte es richtig heftig. Meine Roten haben apportiert wie die Wilden – viele Enten davon noch lebend, ich hatte alle Hände voll zu tun die geflügelten Enten abzutun. Falls jemand danach fragen sollte: die Fotos sind nicht gestellt – d.h. die Enten wurden abgetan sobald der Hund bei mir war oft konnte ich vorher noch einen Schnappschuss machen wenn sie auf mich zu kamen.

darf ich vorstellen: die Hauptakteure

1. Versuch dranzukommen gescheitert – 2. Versuch von anderer Stelle

und hier eine kleine Fotostory: Chili versucht an die Ente im Eis zu gelangen

mit den Pfoten versuchen das dünne Eis durchzubrechen

.. fast ..

.. da taucht die Ente kurz bevor Chili sie hat nochmal unter

Chili taucht kurz hinterher – mir bleibt das Herz stehen und ich seh mich schon im Eiswasser nach meinem Hund greifen – aber Chili zieht sie doch noch raus .. puhhh .. gut gegangen ..

weiter gehts ..

Ich musste und konnte meinen Roten voll vertrauen. Sie sind hohes Risiko gegangen um an die Enten zu kommen, haben aber sofort gemerkt wenn das Eis sie im tiefen Wasser nicht tragen würde. Bei manchen Manövern ist mir echt der Atem gestockt aber ich konnte und musste ihnen vertrauen.

auf diesen Bildern sieht man auch sehr schön wie unbeständig das Eis war – die schwereren Hunde (Labbi, DD) hatten da übrigens keine Chance mehr

ich glaube dieses Bild beantwortet so ziemlich gut die 2. Frage – das Fell vereist und die schönen Haare (ich hab die Haare schön, ich hab die .. :err: ) bricht z.T. ab – andererseits bin ich froh dass Chili & Milan eben keine Fellmonster sind .. die wüden bei sowas wohl ziemlich schnell untergehen

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dieses Boot spielt gleich eine ziemlich wichtige Rolle ..

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wir kommen der Frage mit dem Gewicht und dem intelligenten Jagen näher

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dieser Hund (im Hintergrund) wagte sich auf zerbrechliches Eis und brach mitten im Teich ein :Yikes :Yikes :Yikes

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mir rutschte das Herz in die Hose, aber ich konnte auch nix tun .. von alleine schaffte der Hund es nicht aus dem Loch … Schreckminuten die ich KEINEM wünsche

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und nun kommt nochmal das Boot ins Spiel. es dauerte eine Weile bis der mutige Bootsführer es geschafft hatte sich zum Hund vor zu staken .. immerhin musste er sich durch das labile Eis kämpfen ..

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.. unendlich lange Sekunden .. Minuten vergingen

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GESCHAFFT :dance :dance :dance

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nachdem der Hund wieder an Land war, lief er los, umrundete den halben Teich um wieder zu seinem Herrchen zurück zu kehren .. danach jagte er, wenn auch etwas vorsichtiger weiter

für alle die wie ich jetzt fast einen halben Herzinfarkt gestorben sind und die sich von den vielen Apportbildern noch nicht gelangweilt fühlen geht es jetzt weiter:

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hier nochmal eine Fellstudie

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Milan holt eine Ente aus dem Eiswasser:

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geschafft!

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.. ein sehr schwieriger, aber interessanter Jagdtag – ich bin froh dass am Ende alle wieder heil nach Hause fahren konnten.

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We was at this duck hunting on ice. Temperatures were at -5°C but the ice on the lake was very instabil .. with some hard passages, some melted passages as also pure cold water passages (you can see it on the pictures). So heavy-weighted dogs like the 35kg Labrador or the 2 Deutsch Drahthaar had some problems to walk on the most ice passages without breaking through. My setters and the 2 setters of a chummy breeder http://www.setter-vom-nessetal.de.be/ could walk on more passages on ice without breaking in (the Irish are weighted less than 25kg) – but the best was a very low-weighted Parson Jack Russel Terrier ;-) with only some kilo ..
So my Reds do a really great job, retrieving a lot of winged (ill) ducks, also with breaking in at some melted ice passages near the reed, but it was no problem for them to come out of the water by themselfes. They also retrieved some ducks out of the cold water – than they going on with her jobs without any problems. My Reds worked with a lot of intelligence and experience on ice – they dont go to danger passages in the middle of the melted ice. But one Irish Setter of the breeder who was with me, breaked through such danger ice passage. But it was possible to come the with the boat and to help him out. The dogs of the breeder worked also with a lot of passion, but have to make this bad experience to work after that with more inteligence.

At the end we had 150 ducks.

You can imagine :-) I was very proud on my Reds, because of this really good, inteligence hard & danger work

Meine 1. Niederwildtreibjagd

•November 1, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich hege ich den Wunsch schon seit Jahren und mal schien es fast zu klappen – wenn da nur nicht die Reiseentfernung im Weg gestanden hätte oder Zusgesagtes wieder abgesagt wurde oder ich seit Jahr & Tag Nummer 120 in der Reihe der einzujagenden Hundeführer & Hunde gestanden hätte: ich wollte mal bei einer richtigen Niederwildtreibjagd dabei sein. Auf meine Forumsanzeige meldete sich leider niemand, ergo legte ich selbst Hand an und reagierte auf eine kleine Anzeige in einem kleinen Jagdforum wo Treiber für eine Niederwildtreibjagd gesucht wurden. Ich malte mir das ganz romantisch aus: kleine Niederwildjagd mit einer Handvoll Schützen & Treiber irgendwo, wo mich niemand kennt .. Tage vorher hab ich noch Gehorsam & Gewichtsapport mit meinen Hunden geübt und mich zumindest theoretisch über den Ablauf einer solchen Jagd informiert .. nunja ..

.. wie so oft im Leben kam alles gaaanz anders ..

Am Sammelpunkt revidierte ich schon mal die erste romantische Vorstellung: insgesamt nahmen 39 Schützen, ungefähr 80 Treiber und wahrscheinlich genau so viele Hunde an der Jagd teil.

Das mit der anonymen Jagd im Nirgendwo revidierte sich spätestens nachdem wir einige zumindest virtuell bekannte Gesichter aus den Foren, Bekannte von Prüfungen sowie noch eine Handvoll Hören-Sagen-Bekannte trafen. Unsere etwaigen Faux-Pas auf unserer 1. Niederwildtreibjagd würden sich also nicht einfach unter dem anonymen Deckmantel des Schweigens decken lassen.

Zu Beginn wurde eigentlich nicht viel Palaver gemacht – nach einem kurzen Anblasen und der Begrüßungsrede ging es los – schließlich wollte man Beute machen und keinen Kaffeeklatsch. Erste, und den Tag über weiter begleitende Herausforderung war es die ca. 80 Treiber mit ihren Hunden über eine einfache Leiter auf 2 Traktoranhänger zu verstauen. Am Ende des Jagdtages entwickelte sich dabei sogar ein ganz brauchbares System aus helfenden Händen.

Das erste Treiben fand in einem ziemlich verdornt-verbuschtem- unterbeholztem Wäldchen statt. Im Wäldchen reproduzierte sich schließlich ein wahres babylonisches Stimmgewirr aus “Hepp-Hepp” und “Hopp-Hopp” sowie “Humpa-Humpa” als auch von italienischen Gesangstücken. Chili & Milan sollten noch nicht gleich losdüsen – ich war mir nicht sicher ob ich das richtige tue wenn ich sie gleich ableine – also blieben sie erst einmal an der Leine. Dieses Vorhaben hielt ich schließlich bis zur Hälfte des Wäldstückes durch, dann war mir das Gehedder in den Brombeerbüschen zu viel. Die Roten flitzen sofort los – wie abgeschossene Pfeile – Lenkbarkeit adé .. Immerhin: einige der Hunde machten ein Stück Rehwild hoch und sausten samt Milan hinterher – ich: “DOWN!” a la Oberstgeneralfeldmarschall und Milan lag .. die anderen Hunde begleiteten das Reh noch ein kurzes Stück .. aber nicht weit. Nachdem Durchtreiben des Waldstückchens konnten wir tatsächlich beide Hunde gleich wieder anleinen – 2 weitere gönnten sich eine etwas längere Auszeit von ihren Hundeführern.

Nach dem Gehedder mit dem Traktorzug sollte nun das 1. Spargelfeld und ein Stück größere Hecke durch getrieben werden. Spätestens dort fiel mir auf das ich mich entscheiden muss zwischen Hund bleibt für den Rest der Jagd an der Leine (und ich erhalte den Gehorsam) oder ich lass die Hunde laufen und riskiere dabei größere Abzüge in Sachen Lenkbarkeit, Gehorsam & Vorstehen, gebe ihnen aber die Chance etwas apportieren zu können. Ja, ich gebe zu: ich wurde schwach und ließ sie laufen :c085 Eine solche große Treibjagd mit zig durcheinander laufenden Hunden und nach ihnen rufenden & pfeifenden Hundeführern in einem unübersichtlichem Gelände ist nicht der Idealfall um einen Hund einzujagen – ja eigentlich ist das m.M.n. eher Gift für Hunde wie Chili & Milan. Ideal wären für uns kleine Klüngeljagden (oder Stamper’l oder wie auch immer sie regional heißen) im kleinen Rahmen mit einer riesigen Portion Ruhe & Geduld und die Möglichkeit ganz gezielt auf den Hund einzuwirken. Aber eine solche Chance war uns bisher nicht gegönnt. Ich weiß nicht ob ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben soll weil ich ungeduldig geworden bin um sie doch laufen zu lassen oder ob ich mich freuen soll weil wir endlich an unserer 1. Treibjagd aktiv teilnehmen konnten :Ichweissnix:

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auf diesen Feldern waren die Roten Blitze sogar mal zu sehen :err:

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im Spargelfeld sieht man eher weniger :pfeifen:

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Nach diesem 2. Treiben hatte ich Chili angeleint, als sie ziemlich direkt in eine recht dichte Brombeerhecke anzog. Da ihr Interesse doch höher als normal schien machte ich sie los – sie fasste sofort ziemlich tief in das dornige Gestrüpp hinein .. und rackerte sich dort tatsächlich mit einer kranken Taube im Maul wieder raus :dance

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Während der folgenden Treiben konnte mir Chili schließlich noch einen Hasen apportieren – bzw. fast apportieren, denn ein ziemlich direkt wirkender DK :pfeifen: nahm ihn ihr ganz gentlemanlike :wink: kurz bevor sie bei mir damit ankam wieder ab. Schade, es wäre ihr erster Hase gewesen. Trotzdem war ich stolz auf sie!

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Während Milan direkt vor der Treiberwehr fleißig und den Wind nutzend ganz unermüdlich in weiten Schleifen suchte :daumen wusste ich manchmal nicht genau wo Chili steckte :motz: Meistens grabbelte sie sich durch irgendwelches Schilf oder Hecken bzw. war sie im hohen Senf eh schlecht zu sehen. Beide befanden sich immer in der Nähe der Schützen oder Treiberwehr – gingen also auch nicht solo irgendwelchen Hasen oder Rehen hinterher (von denen reichlich vorhanden waren) aber tlw. waren sie ziemlich schwerhörig was Pfiff bzw. auch Zuruf betraf. Mit Ruhm haben wir uns da ganz sicher nicht bekleckert. Immerhin hatten wir sie nach jedem Treiben wieder am Band.

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Im letzten Treiben zahlte sich auch Milan’s unermüdliche, setterlike Suche aus: er brachte mir einen Fasanengockel :dance Für mich ein schöner Abschluss für einen gelungenen Jagdtag bei bestem Wetter :daumen Insgesamt lagen 2 Rehe, 43 Hasen, 7 Fasane, 5 Tauben & diverses Federwild auf der Strecke. Nach dem Verblasen der Strecke fehlte nur noch eins: das Blasen zum Schüsseltreiben!

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unter diesen Links kann man sich noch weitere Fotos von der Jagd ansehen:

Galerie 1

Galerie 2

Brauchbarkeitsprüfung bestanden

•Oktober 26, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Brauchbarkeit – Zusatzfächer Schweiß & Gehorsam

Ich gebe zu, dass das Bestehen dieser Prüfung auf recht wackeligen Füßen stand. Eigentlich hab ich viel zu spät mit Schweiß angefangen. Geübt haben wir Übernacht- bis 20 Stunden Fährten zwar mit der geforderten Schweißmenge aber mit Wasser 50:50 verdünnt. Beide Hunde waren an den Punkt angekommen wo sie sich duch die Kunstfährten aus Haustierblut gelangweilt & vera**t fühlten und lieber den Verleitungen nachgingen. Vorteil bei Chili war dass ich sie gut lesen konnte wann sie den Verleitungen nachging – bei Milan hatte ich den Dreh noch nicht raus. Auch mit der Standruhe war das so eine Sache Wir hatten nie Gelegenheit gehabt bei einem simulierten Standtreiben dabei zu sein und am Donnestag waren wir noch auf Entenjagd.

Wir pokerten also hoch als wir gestern im strömenden Regen Rolling Eyes zur Prüfung antraten.

Der dortige Jagdhornbläserchor konnte die Prüfung draußen stimmungsvoll anblasen. Gerade hatte es noch geregnet, kamen jetzt die ersten Sonnenstrahlen hervor .. dazu die prächtige Herbstfärbung .. genießen kann ich das erst jetzt wo ich die Prüfung nochmal in Gedanken revuepassieren lasse. Die Hunde sollten beim Anblasen dabei sein – was für mich irgendwie voll kontraproduktiv war denn jetzt drehten Chili & Milan erst richtig auf Rolling Eyes Ich hoffte nur dass das Standtreiben erst später am Tag kommt.

Am Start waren zusätzlich zu meinen 2 Roten noch ein Gordon Setter, ein Weimaraner und ein Großer Münsterländer. Nach der Begrüßungsrede durch den Prüfungsobmann des Pointer und Setter Vereines – Landesgruppe Sachsen / Sachsen-Anhalt / Thüringen ging es ins Revier. In meinen Augen war das Revier wunderschön – sah aus wie Brandenburger Sandbüchse Kiefernwald – jedoch abgewechselt mit zahlreichen Offenflächen (Wildäcker, Wiesen, Felder) und Gewässern – es versprach das Vorkommen von Wild.

Dann ging es los und es kam wie es kommen musste: “Bitte alle Hundeführer am Waldrand Aufstellung zum Standtreiben nehmen.” Wie und wo es auch immer ging, hab ich vorher versucht meine Roten zur Ruhe zu Mahnen – und vielleicht war davon ein wenig durchgesickert. Ich hatte beide Hunde neben mir abliegen – ein Richter schoss für mich. Chili & Milan waren erst einmal sprachlos von diesem lauten Treiben da im Wald – so kannten sie das ja noch nicht – es wurde geballert was das Zeug hergab “Hepp-hepp Hopp-hopp Heißa, Heißa” und “Bauuum fääälllt” Jester Nunja, wir haben es überstanden – beide Hunde waren zwar gespitzt wie ein Pfeil und hätten da auch sehr gern mitgemischt, aber da war das Treiben ja dann auch schon vorbei.

Ja und weil wir gleich mit den “Lieblingsfächern” gestartet haben, ging es auch so weiter: als nächstes Fach Schweiß. Mein Mann hat es recht treffend beschrieben: das zeitmäßig bedeutenste Fach auf einer Prüfung heißt “Warten”. So warteten wir bis erst die anderen Führer ihre Schweißfährten – erfolgreich – gearbeitet hatten.

Ich startete als erstes mit Chili. Die Richter wiesen mich ordnungsgemäß am Anschuss ein. Chili war irgendwie noch völlig kirre und irgendwie durch den Wind – das zeigte sich auch an ihrer Arbeit. Ich hatte das schonmal besser bei ihr gesehen – und prompt kassierten wir recht bald unseren 1. Abruf Embarassed Also hab ich Chili nochmal ablegen lassen – mich gesammelt, den Hund gesammelt .. und weiter gings. Bald darauf nach das Unglück seinen Lauf: Chili ging recht zügig auf der Fährte bis vor einem Gebüsch, hob Kopf & Vorderpfote und war durch ein “ZURRRR FÄHRRRTE!!!” nicht mehr dazu zu bewegen die Fährte wieder aufzunehmen. Ich legte sie also ab und es passierte das was ich auf ‘ner Prüfung keinem wünsche:

10m vor uns sprang ein Reh auf – es lag direkt auf unserer Fährte Shocked

Von diesem Punkt an wusste ich warum Schweißarbeit eben Schweißarbeit heißt. Ich ließ Chili zwar erst einmal abliegen, aber dann mussten wir ja weiter. Dumm war: der Regen hatte jeglichen Schweiß weggespült, nur ab und zu konnte man Spuren im Gras oder Gebüsch erkennen .. aber da war ja nicht nur eine Spur zu sehen. Ich kämpfte mich mit Ablegen, Vor- und Rückgreifen und mit vielem Anrüden Meter um Meter weiter auf der (vermeindlichen) Fährte .. gefühlte 10km oder so .. ich konnte sie ja halbwegs gut lesen. Als ich dann das Stück (eine Rehwilddecke) sah wollte ich es kaum glauben: wir hatten es ohne weiteren Rückruf erfolgreich zu Ende bringen können. Ich dampfte und mein Kopf qualmte vor Konzentraion und Anstrengung. Da war das von den Richtern gewünschte “Waidmannsheil” wie Balsam für die Seele. Der Bruch wurde überreicht und das Stück stimmungsvoll verblasen. Wir hatten es geschafft. Das Ablegen am Stück hatten wir vorher zwar nur an Schleppwild üben können, aber ich wusste dass ich mich auf Chili verlassen konnte: bei der letzten Übung hatte ich Chili etwas neben dem Weg an einer Schleppwildente abgelegt. Etwas entfernt tobten Kinder durch Gelände und diese hatten wohl einen Hasen hochgemacht. Als ich zu Chili ging um sie vom Ablegen zu erlösen, kam mir auf dem Weg dieser Hase entgegen Shocked der war direkt an Chili vorbeigerannt. Chili lag zwar nicht mehr, aber sie saß wie ein Pfeil gespannt an ihrem Platz.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit Milan. Zu meiner Überraschung arbeitete er wie auf Schienen, ließ sich durch das Umhangeln der Schweißleine kaum aus der Ruhe bringen, puzzelte die Fährte in aller Ruhe aus .. in einem Tempo wo ich auch mal die SL wegen Verwicklungen kurz los lassen konnte um sie dann wieder aufzugreifen – die Richter waren erfreut. Er lief über 2 Wege & zeigte mir 2 Wundbetten an und dann begann das Desaster: wir kamen in das Gebiet wo sich Chili’s Reh reingeflüchtet sein konnte. Und damit war es vorbei – wir kassierten schließlich 2 Rückrufe Wall Bash weil der Depp mich auf den Verleitung fast ohne Punkt und Komma langleitete. Ich hätte ihn .. na ihr wisst schon .. Aaaber: jetzt weiß ich wie ich ihn besser lesen kann, denn er hob doch leicht seinen Kopf, wenn er Verleitung nachging. Die Rückrufe kassierten wir, weil ich ihn dort zur Fährte schickte wo keine mehr war – also zu weit von der Fährte – der Fehler lag also bei mir. Kaum zu glauben dass wir dann doch zum Stück fanden. Wieder war ich schweißgebadet & glücklich als mich die Richter mit einem “Waidmannsheil”, dem Überreichen der Brüche und dem Verblasen des Stückes beglückwünschten. Auch das folgende Ablegen am Stück war kein Problem für Milan.

Fehlten nur noch 2 Fächer: die Leinenführigkeit und das Schießen im Feld mit Überprüfung des allgemeinen Gehorsams. Diese sollten nach einem kleinen Schüsseltreiben mit Brötchen & frischer Wurst & einem genehmigten Schnäps’ken folgen – letzteren hatte ich irgendwie ziemlich nötig nach der Schweißarbeit. Als wir uns zu den Richtern stellten um die Leinenführigkeit prüfen zu lassen – sprach der Richterobmann Chili an – diese erwiderte das freundliche Ansprechen sofort mit einem Lächeln . grinste den Richter mit blitzweißen Zähnen und dem Charme einer Grand Lady an .. keiner der Richter konnte sich diesem Charme entziehen und alle lachten. Dies wird uns wohl ein “eingetragenes Lächeln” als spezielles & zusätzliches Leistungsabzeichen bringen Mr. Green Die fehlenden Fächer erledigten wir schließlich ohne Probleme.

Am Ende konnte ich es kaum glauben: wir hatten es tatsächlich geschafft die Prüfung zu bestehen. Zusammen mit der AZP/HZP – die in Thüringen anerkannt werden – sind meine beiden Roten nun voll brauchbar. Ist schon ein dolles Gefühl 3 brauchbare Hunde im Haus zu haben.

Trotzdem: ich brüste mich nicht mit dieser Leistung auf der Schweißfährte. Im Gegenteil: die Prüfung hat mir gezeigt welche Lücken wir auf diesem Gebiet zukünftig bearbeiten müssen. Beide Hunde zeigen zwar – für einen Setter – gute Anlagen auf diesem Gebiet, aber in Sachen Gehorsam auf der Fährte müssen wir noch einiges tun.

Die bestandene Prüfung wäre zwar ein mini-Schrittchen für einen professionellen Schweißhundeführer, aber ein großer Schritt für mich mit meinen Settern.

Die Entenjagdsaison ist eröffnet

•September 10, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Die 2. große Entenjagd für diese Jagdsaison liegt hinter uns und dieses Mal war Milan anstelle vom “good old boy” Sancho dabei, in Begleitung von Chili. Dieses Mal fand die Jagd in Bayern statt und wir wussten vorher auch nicht viel darüber was uns wohl erwarten würde. Bejagt wurde ein ca. 50ha großes Fischereiteichgebiet mit einem teils mehr, mal weniger beschilften Wassergelände in insgesamt 4 großen Treiben. Bei einigen Treiben konnten wir weder die Enten, noch die daran arbeitenden Hunde sehen – wir mussten & konnten uns einfach auf sie verlassen .. unermüdlich stöberten sie durch dichtes Schilf & Gewässer um uns dann die unzähligen, teils noch geflügelten Enten zu zutragen. Es ging über wackelige, schmale Stege zu Inseln, die eigentlich nur aus im Wasser stehenden Schilf bestanden – auch über Land geflüchtete geflügelte Enten mussten via Spur verfolgt, gepackt und zugetragen werden. Die Hunde arbeiteten fleißig & unermüdlich & wurden deswegen gelobt. Am Ende hatten die Hunde teilweise wunde Stellen an den Augen, Bauch und Innenschenkeln – das scharfkantige Schilf hinterlässt leider seine Spuren. “..selten so hart arbeitende Irish Setter gesehen ..” kam als Kommentar. Wir wurden sowieso dann der sogenannten “Stöbergruppe” und nicht der reinen “Apportiergruppe” der Labbis & Retriever zugeteilt – diese Gruppe war für die “bad jobs” im Schilf zuständig: nicht nur das reine Stöbern, sondern auch das Auffinden von im Schilf gelandeten Enten zum Apport. Am Ende lagen eine große Strecke und die Hunde platt im Auto – es war ein erfolgreicher Jagdtag!

Stöber - Voran!

Stöber - Voran!

hinein ins Schilf

hinein ins Schilf - ab hier heißt es warten & vertrauen

das Vertrauen hat sich gelohnt

das Vertrauen hat sich gelohnt

warten im Auto - wann gehts weiter?

warten im Auto - wann geht's weiter?

ein kleiner Teil der Strecke ..

ein kleiner Teil der Strecke ..